Achtsamkeitsbasierte Verfahren

Seit den 1960er Jahren nahm das Interesse am Einsatz von Meditationstechniken im Bereich der Psychotherapie zu und erste EEG-Studien bei Meditierenden wurden durchgeführt.

Wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Achtsamkeitsmeditation im Bereich der Psychotherapie wurden ab den späten 1970er Jahren durchgeführt. Einen entscheidenden Einfluss hatte hierbei die Arbeit von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, der Achtsamkeitstechniken (inzwischen bekannt als MBSR, Stressbewältigung durch Achtsamkeit oder Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) zunächst bei PatientInnen mit chronischen Schmerzen einsetzte.


MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction

Das Übungsprogramm wurde 1979 von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn und seinen MitarbeiterInnen an der Stress Reduction Clinic der Universität von Massachusetts in Worcester, USA, entwickelt.

Mindfulness-Based Stress Reduction, auch kurz MBSR genannt, findet seitdem an Hunderten von Kliniken und Gesundheitszentren weltweit seine erfolgreiche Anwendung. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern wird das Programm seit den neunziger Jahren mit Erfolg eingesetzt.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit des Programms. Die Studien dokumentierten eindrucksvoll die gesundheitsfördernde Wirkung von MBSR: anhaltende Verminderung von körperlichen und psychischen Symptomen, effektivere Bewältigung von Stresssituationen, erhöhte Fähigkeit zur Entspannung, wachsendes Selbstvertrauen und Akzeptanz, mehr Lebensfreude und Vitalität.

Inzwischen nahm das Forschungsinteresse an dem Thema stetig zu, und es wurden auch verschiedene andere Therapieansätze entwickelt, die Achtsamkeitstechniken einsetzen z. B. die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) und die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT), die am Institut für Achtsamkeit auch als Weiterbildung angeboten wird:


MBCT - Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie

Mindfulness-Based Cognitve Therapy, kurz MBCT, ist ein neuer Ansatz zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen. Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie ist ein Therapieverfahren, das entwickelt wurde, um Menschen vor einem depressiven Rückfall zu schützen.
MBCT wurde gemeinsam von den Professoren Zindel Segal, John Teasdale und Mark Williams entwickelt und durch ihr Buch Mindfulness-Based Cognitive Therapy for Depression bekannt gemacht. Diese Methode kombiniert Elemente aus dem achtsamkeitsbasierten Stressbewältigungsprogramm von Prof. Dr. Kabat-Zinn (MBSR) mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie in einem 8-Wochen-Kurs.

Das MBCT-Programm richtet sich an Personen, die akut nicht depressiv sind, aber bereits mehrere depressive Episoden erlebt haben. Da sich bei depressiven Menschen die Gedanken häufig verselbstständigen und wie von einem „Autopiloten“ auf Einbahnstraßen gelenkt werden, lernt man im Achtsamkeitsprogramm aus diesen Gedankenschleifen auszusteigen und sich ins Hier und Jetzt zurückzuholen.

Allgemein lässt sich sagen, dass inzwischen das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt wird.

Der Grundgedanke von MBSR und MBCT ist, dass jeder Mensch die Ressourcen und das heilsame Potenzial zur Bewältigung seiner Probleme bereits in sich trägt. Diese können im therapeutischen Prozess durch Achtsamkeit und Akzeptanz aktiviert und verstärkt werden. Dies lässt sich durch anwendungsbezogene Übungen und durch die Vertiefung der eigenen Achtsamkeitspraxis erfahren.

Die moderne Neurowissenschaft hat mittlerweile durch internationale Studien die positive Veränderung des Gehirns und die Erweiterung des menschlichen Verhaltenspotenzials durch die bereits vor 2500 Jahren im buddhistischen Kontext entwickelte Achtsamkeitsmeditation nachgewiesen.


Empirisch gut validierte Interventionen aus MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), MBCT (Mindfulness-Based Cognitive Therapy) und DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie) bestätigen diese Forschungsergebnisse.